Das gegliederte Schulsystem bietet die notwendige Differenzierung für individuelle Bildungswege. Die Hauptschulen haben als praxisorientierte Schulform eine eigenständige Rolle und wichtige Funktion, weshalb wir uns im Schulausschuss mit Schulpraktikerinnen und Schulpraktikern ausgetauscht haben. In einer weiteren Ausschusssitzung stand die Bilanz des Islamischen Religionsunterrichts in NRW im Fokus. 

Der Schulleiter der Bonner Karl-Simrock-Schule für Berufsorientierung, Arndt Hilse, begreift Hauptschulen als meist kleine, überschaubare Systeme, die durch intensive pädagogische Begleitung der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Familien erfolgreich zu Schulabschlüssen und tragfähigen nachschulischen Perspektiven führen.  

Auch Berufsorientierung ist seit Jahrzehnten fest verankert. Deshalb ist der Übergang in Ausbildung oder Beruf ein klar definiertes Ziel der Bonner Hauptschule. Durch ein umfassendes Maßnahmenbündel konnte an seiner Schule die Ausbildungsquote deutlich erhöht werden. Zentrale Bausteine sind ein systematisches Praktikumskonzept mit frühen Tagespraktika ab Klasse 5, mehrwöchigen Pflichtpraktika in den Abschlussjahrgängen, Unterstützung durch Berufskleidung sowie ein einheitliches Durchführungs- und Bewertungssystem. In der Simrock-Schule ist Berufsorientierung fächerübergreifend verankert, etwa durch Bewerbungstrainings im Deutschunterricht, ein schuleigenes Fotostudio für Bewerbungsfotos, kostenloses Bewerbungsmaterial und strukturierte Bewerbungstage. In Jahrgangsstufe 8 ergänzt ein wöchentlicher Praxistag den Unterricht. Der Praxistag an der Schule eröffnet systematisch Einblicke in Berufsfelder, die viele Schülerinnen und Schüler sonst nicht gewählt hätten, und beeinflusst nachweislich das Berufswahlverhalten. 

Externe Fachkräfte unterstützen praxisnahen Unterricht in arbeitslehrebezogenen Fächern, ergänzt durch regelmäßige Kooperationen mit regionalen Betrieben und Einrichtungen. Die schulinternen Auswertungen zeigen, dass sich Erfolge beim Ausbildungseinstieg dort nachweisen lassen, wo praktische Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler gesammelt wurden.  

Schulministerin Feller und Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Religionspädagogik der Uni Münster, stellten den rund 170 Seiten umfassenden Bericht im Schulausschuss vor. Wichtigstes Ergebnis ist, dass der Unterricht eine positive Wirkung auf die Jugendlichen hat, besonders im Hinblick auf eine demokratisch und rechtsstaatlich verfasste Gesellschaft: je mehr Schülerinnen und Schüler diesen eigenständigen Unterricht besuchen, desto weniger sind sie verführbar für Fundamentalismus, Antisemitismus oder radikale bzw. demokratiegefährdende Social Media-Inhalte. Dabei steht der Islamische Religionsunterricht (IRU) auch für ein wichtiges Zeichen für gleichberechtigte Teilhabe.  

Professor Khorchide verwies darauf, dass der IRU einen wichtigen Beitrag zur Religionsmündigkeit muslimischer Schülerinnen und Schüler leistet und ein weltoffenes Islamverständnis stärkt, das demokratische Grundwerte stärkt.  

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