Als Teilnehmerin des diesjährigen 15. Jugendlandtags 2025 durfte ich Florian Braun MdL für die CDU-Fraktion NRW vertreten. Gemeinsam mit rund 200 engagierten jungen Partizipanten erhielt ich die Gelegenheit, parlamentarische Abläufe aus nächster Nähe kennenzulernen und eigene politische Positionen einzubringen.
Der Jugendlandtag bietet Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen jedes Jahr die Möglichkeit, aktiv an demokratischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken – und genau dieser Dialog zwischen Verantwortung, Austausch und politischer Praxis prägte meine Teilnahme in diesem Jahr.
An dieser Stelle möchte ich Florian Braun für die Nominierung und Frau Gruben für die Organisation und Unterstützung sowie allen Mitgliedern der Fraktion des Jugendparlaments für diese unvergessliche Erfahrung meinen herzlichen Dank aussprechen!
Ein zentraler Moment beim Jugendlandtag 2025 war mein Auftritt im Plenum, bei dem ich im Namen des Ausschusses für Kinder und Jugend Stellung zum Antrag eines dauerhaften Jugendparlaments bezog.
Nach intensiven Beratungen im Ausschuss hatten wir uns klar gegen den vorliegenden Vorschlag ausgesprochen – nicht aus Ablehnung gegenüber Jugendbeteiligung, sondern aufgrund erheblicher struktureller Defizite.
Zudem nutzte ich die Debatte, um auf weitere offene Punkte des Antrags hinzuweisen, die wir im Ausschuss herausgearbeitet hatten: insbesondere die fehlende rechtliche Verankerung, unklare finanzielle Grundlagen und die nicht definierte Einbindung in die bestehenden Ausschüsse des Landtags. Ohne Antworten auf diese Fragen wäre ein dauerhaftes Jugendparlament eher eine zusätzliche Ebene ohne klare Zuständigkeit gewesen. Ich betonte daher, dass es sinnvoller ist, die bereits etablierten Beteiligungsformen gezielt weiterzuentwickeln, anstatt ein neues, strukturell unausgereiftes Gremium zu schaffen.
Die Teilnahme am Jugendlandtag 2025 bot mir die seltene Möglichkeit, parlamentarische Abläufe nicht nur zu beobachten, sondern selbst aktiv mitzuerleben und mitzugestalten. Bereits bei der Ankunft am Donnerstag in der Jugendherberge, der zentralen Anlaufstelle für alle Delegierten, zeichnete sich ab, wie sorgfältig der Ablauf strukturiert war. Die Akkreditierung, die Ausgabe der Unterlagen und ersten Materialien sowie der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sorgten für einen professionellen, zugleich aber offenen Einstieg in die kommenden Tage.
Am Nachmittag begann das Programm mit einem Demokratietraining der Landeszentrale für politische Bildung. Die Veranstaltung diente nicht nur dazu, Abläufe und Grundprinzipien parlamentarischer Arbeit zu erklären, sondern förderte zugleich eine frühe Vernetzung der Delegierten. Die intensive Auseinandersetzung mit Entscheidungsprozessen, Argumentation und Mehrheitsfindung stellte eine wertvolle Grundlage für die späteren fachlichen Sitzungen dar.
Der gemeinsame Weg am frühen Abend vom Quartier zum Landtagsgebäude markierte einen ersten feierlichen Moment. Beim Parlamentsabend bot sich Gelegenheit, in einer entspannten Atmosphäre mit Abgeordneten, Mitarbeitenden und Expertinnen ins Gespräch zu kommen. Die anschließende Diskussion mit der Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs, Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb, verlieh dem Abend eine bemerkenswerte fachliche Tiefe: Insbesondere die Frage nach der Bedeutung demokratischer Legitimation und der Verantwortung politischer Institutionen bildete einen passenden Auftakt für die Themen, die uns in den folgenden Tagen beschäftigten.
Der Freitag begann mit einem dichten Programm im Landtag.
Nach dem Informationsblock im Plenarsaal folgte die erste Fraktionssitzung, in der die Grundlagen für die weitere Arbeit gelegt wurden:
Vorstandswahlen, die Benennung der Ausschussvorsitzenden sowie der Sprecherinnen und Sprecher, die Festlegung der Fürbitten für die Abschlussandacht und die Entscheidung über eine Aktuelle Stunde. Bereits hier zeigte sich, wie komplex parlamentarische Abläufe sind – und wie wichtig klare Strukturen für effiziente Zusammenarbeit sind.
Den Kern des Jugendlandtags bildeten jedoch die Ausschuss- und Fraktionsarbeit. Als Mitglied des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend arbeitete ich am Themenfeld dauerhaftes Jugendparlament. Schnell wurde deutlich, dass dieses Thema zwar großes Interesse weckte, der konkrete Antrag jedoch zahlreiche offene Fragen aufwarf. Die Anhörungen am Mittag lieferten wertvolle Perspektiven, bestätigten aber zugleich die strukturellen Unsicherheiten, die wir auch im Ausschuss selbst identifiziert hatten: fehlende rechtliche Grundlage, unklare Kompetenzen und keine gesicherte Einbindung in bestehende Entscheidungswege.
In den nachfolgenden Fraktionssitzungen strukturierte sich die Diskussion weiter. Die Aufgabe bestand darin, die Erkenntnisse der Anhörung zu bündeln und eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Schließlich bereitete ich gemeinsam mit meinen Mitdelegierten meine Rolle als Sprecher für das Themenfeld im Ausschuss vor, die mich am folgenden Tag ins Zentrum der Plenardebatte führen sollte.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der abschließenden parlamentarischen Arbeit. Nach einer letzten Fraktionssitzung, in der offene Fragen für den Plenartag geklärt wurden, begann die entscheidende Debatte im Plenarsaal.
Dort durfte ich im Namen des Ausschusses Familie, Kinder und Jugend unsere Position zum Antrag eines dauerhaften Jugendparlaments vertreten. In meiner Rede legte ich dar, weshalb wir als Fraktion den vorliegenden Antrag nicht unterstützen konnten: Er blieb in zentralen strukturellen Punkten unvollständig und hätte somit ein Gremium geschaffen, das Erwartungen weckt, ohne über die notwendigen Kompetenzen zu verfügen. Zugleich war es mir wichtig, klarzustellen, dass unsere Kritik nicht auf eine Ablehnung jugendlicher Teilhabe abzielt, sondern auf den Anspruch, Beteiligung verlässlich, wirksam und institutionell stimmig zu organisieren.
Nach dem offiziellen Plenumsende bot der Ausklang im Anschluss die Gelegenheit, die Eindrücke zu reflektieren und sich mit Delegierten anderer Ausschüsse auszutauschen. Das gemeinsame Mittagessen und die Abschlussandacht bildeten einen würdigen Abschluss der Veranstaltung, bevor der Jugendlandtag 2025 endete.
Rückblickend war die Teilnahme am Jugendlandtag eine prägende Erfahrung, die mir einen tiefen Einblick in parlamentarische Verantwortung, Entscheidungsfindung und politische Kommunikation ermöglicht hat. Die Mischung aus fachlichem Anspruch, kooperativer Arbeit und dem ernsthaften Interesse aller Beteiligten an der Qualität jugendpolitischer Mitwirkung hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.