Mit dem 2. September hat für rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr begonnen, darunter etwa 170.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler. Rund 176.000 Schülerinnen und Schüler sind nach der vierten Klasse an eine weiterführende Schule gewechselt. Die Linie für das Schuljahr gibt der Schulkompass NRW 2030 vor, die Gesamtstrategie des Schulministeriums mit vier Zielen: weniger Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards verfehlen, mehr, die die Optimalstandards erreichen, eine stärkere sozial-emotionale Entwicklung und mehr erfolgreiche Abschlüsse am Berufskolleg.
Neu ist der „Lernstand 5“. Damit Lehrkräfte an weiterführenden Schulen früh wissen, wo ihre neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler stehen, werden landesweit einheitliche Aufgaben zum Leseverständnis und zu mathematischen Grundlagen bearbeitet. In diesem Schuljahr läuft zunächst eine freiwillige Erprobung von Mitte September bis Anfang Oktober, für die bereits fast 500 Schulen ihr Interesse bekundet haben; anschließend wird das Verfahren anhand der Rückmeldungen überarbeitet, bevor es verpflichtend wird. Bis 2030 kommen Lernstandserhebungen in den Klassen 2 und 7 hinzu. Ausgeweitet wird außerdem das Zentrale Schülerfeedback, an dem sich im vergangenen Schuljahr rund 320.000 Schülerinnen und Schüler aus über 1.500 Schulen beteiligt haben und das ab 2027/28 für alle Schulen verbindlich wird.
Der zweite Schwerpunkt liegt in der Grundschule. Nach der 2023 eingeführten verbindlichen Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche folgt nun unter dem Motto „Stift zur Hand“ der Schreibunterricht. Viele Lehrkräfte berichten, dass Kinder zwar tippen und wischen, einen Stift bei der Einschulung aber nicht mehr richtig halten können. Alle Grundschulen erhalten deshalb zunächst eine Checkliste zur Standortbestimmung ihres Schreibunterrichts; ein fachdidaktischer Orientierungsrahmen wird derzeit erarbeitet. Ziel ist eine lesbare Handschrift, eine sichere Rechtschreibung und die Fähigkeit, Gedanken in Texten zu ordnen.