Update: Schulkompass kommt für alle NRW-Schulen – und was sonst noch im Schulausschuss anstand

Mit dem neuen „Schulkompass NRW 2030“ geht das Land strukturiert und zielgerichtet gegen den Leistungsabfall an Schulen vor. Kern des Schulkompasses ist die datengestützte Qualitätsentwicklung: Neue Lernstandserhebungen, zentrales Schülerfeedback und ein digitales Dashboard.

Mit dem „Schulkompass NRW 2030“ setzt die Landesregierung ein klares Signal für bessere Bildungsergebnisse. Schulministerin Dorothee Feller stellte das Konzept im Ausschuss für Schule und Bildung vor – als Reaktion auf die alarmierenden Ergebnisse der jüngsten Schulleistungsstudien. Ziel ist es, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Mindeststandards verfehlen, deutlich zu verringern, mehr junge Menschen zu Optimalleistungen zu befähigen, die sozial-emotionale Entwicklung zu stärken und mehr Abschlüsse mit Anschluss am Berufskolleg zu ermöglichen.

Kern des Schulkompasses ist die datengestützte Qualitätsentwicklung: Neue Lernstandserhebungen in den Klassen 2, 5 und 7, ein zentrales Schülerfeedback sowie ein digitales Dashboard zur Auswertung sollen den Schulen künftig gezielte Steuerung und individuelle Förderung ermöglichen. Dabei steht eine schrittweise, evaluierte Einführung im Fokus – mit klarer Orientierung: Freiwilligkeit, Optimierung, Verbindlichkeit. NRW geht damit konsequent voran und setzt auf Transparenz, Beteiligung und pädagogische Wirksamkeit.

Darüber hinaus wurden uns im Ausschuss die Maßnahmen und Konzepte vorgestellt, mit denen das Ministerium dem Phänomen Schulverweigerung individuell begegnet. Die Ursachen sind vielfältig – soziale, psychische oder familiäre Hintergründe spielen oft eine Rolle. Deshalb greifen pauschale Lösungen zu kurz. Stattdessen setzt NRW auf ein abgestuftes Verfahren gemäß Schulgesetz und Schulpflicht-Runderlass. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, schulpsychologische Beratung und Beratungslehrkräfte bilden ein starkes Netzwerk, das bei Bedarf auch externe Hilfe einbeziehen kann. Das Ministerium arbeitet kontinuierlich mit Schulen und Schulaufsicht zusammen, um Unterstützungsangebote weiterzuentwickeln und Abläufe zu optimieren.

Bei unserer Anhörung zur gewaltfreien Schulkultur haben wir den Fokus auf Schutz und Prävention gelegt. Im Austausch mit Sachverständigen wurde deutlich: Mit dem Landeskinderschutzgesetz von 2022 hat NRW bundesweit Maßstäbe gesetzt. Schulen sind inzwischen fest in Kooperationsnetzwerke eingebunden, um Kinderschutz effektiv umzusetzen. Zusätzlich wurden mit dem 16. Schulrechtsänderungsgesetz alle Schulen verpflichtet, Schutzkonzepte gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch zu entwickeln. Diese Konzepte setzen auf einen ganzheitlichen, systemischen Ansatz unter Einbeziehung aller schulischen Akteure – für eine Kultur des Hinsehens und Handelns.