Zwei Jubiläen führten mich im Juli zu Einrichtungen, die auf sehr unterschiedliche Weise Menschen bei den Hürden ihres Lebens unterstützen: das Caritas Therapiezentrum für Menschen nach Folter und Flucht sowie die Tages- und Abendschule Köln-Mülheim.
Am 9. Juli habe ich am Jubiläumsabend des Caritas Therapiezentrums im Bürgerzentrum in Köln-Nippes teilgenommen. Seit 40 Jahren begleitet das Zentrum Menschen, die Krieg, Gewalt und Verfolgung erlebt haben, und hilft ihnen, die seelischen Folgen zu verarbeiten. Der Abend stand unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Für einen bewegenden Moment sorgte der international bekannte Pianist Aeham Ahmad, der als „der Mann, der auf den Trümmern spielte“ bekannt wurde.
Am 13. Juli feierte die Tages- und Abendschule Köln (TAS) ihr 30-jähriges Bestehen. Seit 1996 gibt die Schule in Mülheim Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihren Schulabschluss nachzuholen, vom Hauptschulabschluss bis zur Fachhochschulreife. Rund 1.200 Schülerinnen und Schüler aus mehr als 50 Nationen lernen hier jedes Jahr. Viele von ihnen sind in der Regelschule aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht zum Abschluss gekommen; die TAS fängt sie mit individueller Förderung und enger Begleitung beim Übergang in Ausbildung und Beruf auf.Ich danke beiden Einrichtungen zu ihren Jubiläen für ihre wichtige Arbeit, die eins gemeinsam hat: Wir wollen in unserer Gesellschaft niemanden zurücklassen und jedem eine neue Chance eröffnen.