Nach den neuen PISA-Ergebnissen: Die Grundlagen zuerst

PISA 2025 ist ein Weckruf. Mehr als ein Fünftel der 15-Jährigen verfehlt die Grundkompetenzen, und der Bildungserfolg hängt weiter zu stark von der Herkunft ab. In der Landtagsdebatte am 17. September habe ich gesagt, was daraus folgt: zurück zu den Grundlagen, und zwar überprüfbar.

Damit hat Nordrhein-Westfalen nicht erst am 8. September begonnen, als die Ergebnisse vorgestellt wurden. In der Grundschule gibt es je eine zusätzliche Stunde Deutsch und Mathematik und die verbindliche Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche. Neue Lernstandserhebungen in Klasse 5 zeigen früh, wo ein Kind wirklich steht. Das ist der Kern des Schulkompass NRW 2030: erst die Basiskompetenzen, dann der Nachweis, dass es wirkt.

Der zweite Befund wiegt schwerer als jede Punktzahl. Der Abstand zwischen Kindern aus benachteiligten und aus privilegierten Familien ist seit 2015 nicht kleiner geworden. Deshalb verteilen wir nicht mit der Gießkanne: Das Startchancen-Programm und der vom Schulministerium eingeführte schulscharfe Sozialindex bringen zusätzliche Mittel an die Schulen mit den größten Herausforderungen, die neuen ABC-Klassen setzen schon vor dem ersten Schuljahr an.

Wer daraus allein eine Geldfrage macht, verfehlt den Punkt. PISA selbst hält fest, dass kluge Ausgabenentscheidungen mehr über die Leistungen aussagen als die Höhe der Ausgaben je Schüler. Nordrhein-Westfalen investiert mit 44,4 Milliarden Euro im Haushaltsentwurf 2027 so viel in Bildung wie nie. Entscheidend ist, dass dieses Geld im Unterricht ankommt.

Eine Trendumkehr dauert Jahre, das zeigen alle Länder, denen sie gelungen ist. Umso wichtiger ist es, jetzt Kurs zu halten. Gute Bildung für unsere Kinder muss uns gemeinsam anspornen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Hier gehts zu den beiden Ausschnitten der Plenardebatte: 1/2 / 2/2