Update Schule: Mutiges Anpacken beim Thema Sprachförderung mit den ABC-Klassen und neue Abitur-Prüfungsordnung

In der letzten Schulausschussitzung berichtete Schulministerin Feller ausführlich zu den Planungen bei den ABC-Klassen und zu Gesprächen mit rund 500 Grundschulleitungen aus ganz NRW zum neuen Sprachförderkonzept. Der Schulausschuss empfahl die Annahme des Gesetzes.

Jedes dritte Kind in NRW weist mit sechs Jahren nicht ausreichende Sprachkenntnisse auf. Frühzeitige und verbindliche Sprachförderung ist die Antwort der Landesregierung auf diese herausfordernde Lage, weshalb die ABC-Klassen entwickelt wurden. 
Durch die Einführung der ABC-Klassen wird, ergänzend zur alltagsintegrierten Sprachförderung in den Kitas, ein zusätzlicher Baustein für eine umfassende Sprachbildung von klein auf eingeführt. Ziel ist, dass alle Kinder zum Schulbeginn über grundlegende deutsche Sprachkompetenzen verfügen, um dem Unterricht in der Grundschule folgen zu können. Dazu werden Kita-Kinder durch die Grundschullehrkräfte bereits vor der Einschulung getestet und entsprechend gefördert: Der Zeitpunkt der Schulanmeldung und damit auch der Sprachstandserhebung wird auf das Frühjahr des Kalenderjahres vor der Einschulung verlegt. Dadurch sollen Förderbedarfe früher erkannt werden, sodass die schulischen Vorkurse im Schuljahr unmittelbar vor der Einschulung stattfinden können. Es entsteht ein rechtssicheres, landesweit vergleichbares Angebot mit klarer Verantwortung und hohen Qualitätsstandards. Damit steht die Koalition für gute Sprachbildung und zwar für alle, unabhängig von der Frage, ob ein Kind die Kita besucht oder nicht. 

In den Gesprächen von Ministerin Feller begrüßten es die Schulleitungen sehr, dass von Seiten der Bildungspolitik die Frage der sogenannten Vorläuferkompetenzen (sprachlich, motorisch und sozial-emotional) verstärkt ins Blickfeld genommen wird. Die Ministerin verwies zusätzlich darauf, dass der Bedarf von verstärkten Maßnahmen zur Sprachförderung nicht nur aus den Gesprächen mit der Bildungspraxis, sondern auch von der Wissenschaft hergeleitet wird: im nationalen Bildungsbericht 2026 hätte der federführende Bildungsforscher Prof. Kai Maaz erst kürzlich betont, dass wenn das letzte Jahr vor der Schule nicht unter schulische Vorkehrungen gesetzt wird, dann wird der Turnaround beim Spracherwerb in Deutschland nicht funktionieren. Ein weiteres Thema im Ausschuss war der Entwurf zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe und das Abitur (APO-GOSt), die der Ausschuss in seiner Sitzung beschloss. Bei der entsprechenden Anhörung bewertete bspw. die Rheinische Direktorinnen- und Direktoren-Vereinigung den Reformprozess zur APO-GOSt als vorbildlich : Seit dem KMK-Beschluss von 2023 seien Verbände, Schulaufsicht und Politik kontinuierlich einbezogen worden. Die im Beteiligungsverfahren eingebrachten Anpassungsvorschläge seien ernsthaft geprüft und in großem Umfang umgesetzt worden. Mit der neuen APO-GOSt modernisiert NRW schrittweise die gymnasiale Oberstufe und passt unter anderem Regelungen zu Fächerwahl, Leistungsbewertung und Abschlüssen an.